AEMP im CKS West

Das Wachstum des Katholischer Hospitalverbundes Hellweg bedeutet nicht nur eine höhere Zahl an Patienten, die versorgt werden. Parallel steigen Anforderungen an Qualität, Prozessvereinheitlichung, zentralisierte Organisation, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.

Diese Entwicklung spiegelt sich unmittelbar in der medizinischen Gesamtperformance, den Hygieneleistungen, der Qualitätssicherung und letztlich auch der Unternehmenskultur wider.

Der klare Anspruch des Hospitalverbundes umfasst weiterhin die hohe Patientensicherheit sowie die konsequente Weiterentwicklung der Patientenversorgung an den fünf Krankenhausstandorten: Christliches Klinikum Unna Mitte, Christliches Klinikum Unna West, Mariannen-Hospital Werl, Christliches Klinikum Soest Mitte und Christliches Klinikum Soest West.

Zentrale Rolle der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP)

Ein besonderes Augenmerk des Hospitalverbundes liegt im Rahmen der dynamischen Unternehmensentwicklung auf der AEMP. Die „Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP)“ ist die zentrale Funktionsabteilung für die Reinigung, Desinfektion und Sterilisation der chirurgischen Instrumente und wiederverwendbaren Medizinprodukte in den Kliniken. Ihr obliegt die Verantwortung für die Hygiene und Funktionsfähigkeit dieser sensiblen Produktgruppen.

In den vergangenen drei Jahren haben wir uns der Herausforderung gestellt, die vier früher bestehenden Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte (AEMP) an unterschiedlichen Krankenhausstandorten mit drei dazugehörigen Stammdatenbanken zu zentralisieren, technisch zu modernisieren und prozessual zu standardisieren.

Als Leitlinie ist dabei klar: Die AEMP ist strategischer Partner jeder OP-Abteilung. Aus diesem Grund war es elementar, den gesamten Prozess des Sterilgut-Kreislaufes zu durchleuchten und die dazugehörigen abteilungsübergreifenden Prozesse neu zu gestalten.

Im Fokus standen:

  • die Standardisierung der Stammdaten
  • die Vereinheitlichung aller chirurgischen Instrumente über alle Standorte im Verbund
  • die Implementierung einer digitalen Bestandsführung des Instrumentariums
  • die Optimierung aller logistischen Prozesse unter Einbezug innovativer digitaler Lösungen
  • nicht zuletzt die Reduktion des ökologischen Fußabdruckes

„Mit diesen Maßnahmen übertreffen wir die sehr hohen Anforderungen, die durch die wachsende Zahl an Kliniken im Hospitalverbund an die Aufbereitung von Medizinprodukten gestellt werden – insbesondere in Bezug auf Transparenz, Dokumentation, Qualität und validierte Prozesse – und begegnen gleichzeitig dem enormen Kostendruck“, so Elena Lehnert, Leitung Einkauf / Wirtschaftsabteilung und AEMP des Hospitalverbundes.

Investition in moderne Infrastruktur und Digitalisierung

Die Entscheidung der Unternehmensleitung lautete vor den genannten Hintergründen: Der Hospitalverbund investiert rund fünf Millionen Euro in zwei hochspezialisierte Aufbereitungseinheiten mit modernster Gerätetechnik. In diesem Zuge wurde das gesamte chirurgische Instrumentarium einschließlich der dazugehörigen Sterilgutverpackung erneuert.

Darüber hinaus investierte der Verbund in eine neue Software zur Vernetzung aller Operationssäle und beider Aufbereitungseinheiten.

Status quo 2026: Drei Jahre Transformation erfolgreich abgeschlossen

„Im Jahr 2026 blicken wir dankbar auf drei intensive Jahre zurück, in denen wir gemeinsam mit allen involvierten Abteilungen – OP-Teams, Medizintechnik, IT, Logistik, Hygiene, Planung & Architektur, Technik und Einkauf – sowie externen Partnern den heutigen Status quo erreichen konnten“, so Thorsten Roy, Prokurist im Hospitalverbund.

Im Detail wurde folgende Erfolge erzielt:

  • Bau und Einrichtung zweier hochmoderner AEMP-Standorte im CKU Mitte (Unna) und im CKS West (Soest)
  • Zentralisierte Verwaltung aller Stammdaten
  • Transparenz und Steuerung aller chirurgischen Instrumentensets und der damit verbundenen Prozesse
  • Einheitlicher Instrumentenstandard verbundweit
  • Implementierung der neuen Generation an Sterilgutcontainern mit Verzicht auf Vliesverpackung – nachhaltig und wirtschaftlich
  • Einheitliche Beschaffungs- und Logistikprozesse
  • Optimierte und vereinfachte Kommunikationswege
  • Vereinheitlichung der Indikationsmatrix verbundweit
    • Siebzuordnung je Indikation
    • Hinterlegung von OP-Layouts und Verbrauchsmaterialien je Indikation
  • Lenkung und Erfassung aller aufbereitungsrelevanten Prozesse in einem QM-Handbuch

Konkrete Erfolge und Verbesserungen

Durch die gemeinsame Arbeit konnten nachhaltige Verbesserungen erzielt werden:

  • Hohe Versorgungssicherheit durch interne Redundanz und internes Ausfallkonzept
  • Hohe Versorgungssicherheit durch digitale Vernetzung des OP-Plans mit den AEMP
    • Die richtigen Instrumente zur richtigen Zeit beim richtigen Patienten
  • Maximale Flexibilität in der Aufbereitung durch standardisierte Datenbank
  • Maximale Flexibilität der Anwender durch vereinheitlichte Instrumentensets
  • Maximale Flexibilität beim Personaleinsatz in der AEMP durch gleiche Ausstattung
  • Hoher Standard durch Implementierung identischer Prozesse
  • Entlastung der Mitarbeitenden durch ergonomische Ausstattung
  • Workflow-Optimierung durch Abstimmung aller logistischen Prozesse
  • Geschlossene Steuerung und Überwachung des Sterilgutkreislaufes
  • 100-prozentige Dokumentation aller Arbeitsschritte in der AEMP
  • 100-prozentige Nachverfolgbarkeit jedes Medizinproduktes
  • Automatisierte Priorisierung der Medizinprodukte durch Verknüpfung mit OP-Planung und Schnittstellenmanagement
    • Kommunikation und Integration zwischen AEMP und OP durch Einbindung ins KIS
    • Planungssicherheit durch Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit
  • Hohe Effizienz im OP durch bedarfsgesteuerte, agile Sterilgutversorgung
  • Transparentes Controlling aller Leistungskennzahlen (KPI) in der Aufbereitung
  • Kosteneffizienz durch Standortreduzierung, Zentralisierung und Prozessoptimierung
  • Ökologische Einsparungen
    • Implementierung neuer Gerätetechnik mit geringerem Medienverbrauch und effizienterer Chemienutzung

Stimmen zum Projekt

Dank der Unterstützung und des Vertrauens, welches die Geschäftsführung – insbesondere Frau Lehnert – dem Projektteam übertragen hat, konnte das gesamte Vorhaben strukturiert, mit hoher Geschwindigkeit und zugleich kosteneffizient umgesetzt werden. Christian Larisch, Geschäftsführer des Hospitalverbundes Hellweg, betont: „Mit der Zentralisierung und vollständigen Digitalisierung unserer Aufbereitungseinheiten haben wir die Grundlage für eine sichere, transparente und zukunftsfähige Instrumentenversorgung geschaffen. Die enge Verzahnung zwischen OP und AEMP ermöglicht uns heute eine bislang unerreichte Planungssicherheit und Prozessstabilität.“ Prokurist Thorsten Roy, ergänzt:
„Die Standardisierung der Instrumentensets und die digitale Vernetzung mit der OP-Planung sorgen dafür, dass wir jederzeit die richtigen Instrumente zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben. Das steigert nicht nur die Effizienz im OP, sondern erhöht vor allem die Patientensicherheit.“

Mit dieser Investition unterstreicht der Katholischer Hospitalverbund Hellweg seinen Anspruch, die moderne Patientenversorgung aktiv zu gestalten – qualitativ hochwertig, wirtschaftlich verantwortungsvoll und nachhaltig.