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Freitag, 15. Februar 2013

Expertengespräch zum Thema Krankenpflegeausbildung

Krankenschwester künftig nur mit Abitur? Die Eingangsvoraussetzungen für die Ausbildung zu Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern waren jetzt Kernpunkt einer Gesprächsrunde im Klinikum. Zu Gast war dabei der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese, der sich mit diesem Thema derzeit intensiv im Europäischen Parlament auseinandersetzt.

Prof. Dr. Achim Meißner, Dr. Hubert Fischer, Michael Steinhoff, Dr. Peter Liese und Marie-Luise Müller sind sich einig, dass die Gesundheits- und Krankenpflege mit hohen Anforderungen verbunden sind und gute Qualifikationen benötigen.

Pläne der Europäischen Kommission, die Eingangsvoraussetzungen für Krankenschwestern und Krankenpfleger in ganz Europa zu verschärfen, stoßen auf Widerstand - sowohl in der Region als auch im Europäischen Parlament. Die Europäische Kommission hatte im Rahmen der Neuregelung der Berufsanerkennungsrichtlinie vorgeschlagen, dass in Zukunft diese Ausbildungen in ganz Europa nur noch möglich sein sollten, wenn man eine zwölfjährige  Schulbildung absolviert habe. Dies hieße praktisch: Krankenschwester kann nur werden, wer Abitur oder Fachabitur hat.
Nachdem bereits vor einigen Monaten der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments diese Pläne  abgelehnt hatte, hat nun auch der Binnenmarktausschuss des Europaparlaments beschlossen, dass man weiterhin, wie bisher, mit einem Realschulabschluss einen Krankenpflegeberuf erlernen kann. Bei einem Gespräch zwischen  Prof. Dr. Achim Meißner, Ärztlicher Direktor KlinikumStadtSoest, Marie-Luise Müller, Pflegedirektorin  KlinikumStadtSoest, Dr. Hubert Fischer, Chefarzt der Radiologie KlinikumStadtSoest, Michael Steinhoff, Leiter der Albrecht-Schneider-Akademie für Gesundheitsberufe (asa) und dem südwestfälischen  CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese waren sich die Teilnehmer einig, dass die Gesundheits- und  Krankenpflege mit hohen Anforderungen verbunden sind und gute Qualifikationen benötigen. Die Ausbildung erfolgt bisher schon auf sehr hohem Niveau. Dr. Peter Liese befürchtet, dass durch die Kommissionspläne viele geeignete Jugendliche keine Ausbildung in einem Heilberuf mehr machen können, nur weil sie kein Abitur haben. Er begrüßt daher die Beschlussfassung im Europäischen Parlament.
"Der Mensch fängt nicht erst mit dem Abitur an. Als Arzt habe ich mit vielen Krankenschwestern  zusammengearbeitet. Während meiner Bundeswehrzeit habe ich ein sechswöchiges Praktikum im Stadtkrankenhaus Soest gemacht. Seit dieser Zeit weiß ich, dass die gute Ausbildung und die oft lange Berufserfahrung in vielen Situationen oftmals mehr wert waren als ein Abitur oder mein Medizinstudium", sagte der Arzt und heimische CDU-Europaabgeordnete Peter Liese.
„Wir haben in Deutschland eine sehr erfolgreiche duale Ausbildung. Unsere Jugendarbeitslosigkeitsquote liegt mit rund acht Prozent weit unter dem EU-Durchschnitt von rund 22 Prozent. Diesen bewährten Ausbildungsmodellen muss auch durch EUGesetzgebung Rechnung getragen werden. Das darf nicht grundlos geändert werden“, so
Liese.
Auch Pflegedirektorin Marie-Luise Müller und Akademie-Leiter Michael Steinhoff schlossen sich der Meinung an, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Beschränkung der Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung nicht umsetzbar sei. Allerdings betonte Steinhoff, dass langfristig das deutsche Ausbildungssystem in diesem Bereich überarbeitet  werden müsse, um sich den anderen europäischen Ländern anzugleichen. „Wir sind jetzt schon in dieser Beziehung Schlusslicht und dürfen nicht abwarten, bis im Bereich der Akademisierung der Pflege der Zug völlig abgefahren ist“.
Die Albrecht-Schneider-Akademie hat für den Soester Raum daher schon Vorarbeit geleistet. Durch das Angebot, mit einem ausbildungsbegleitenden Studium einen Bachelor-Abschluss zu erlangen, sind die Möglichkeiten der Akademisierung bereits gegeben. „Auf der anderen Seite haben wir durch die Einführung der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten auch eine Tür für Bewerber mit niedrigeren Zugangsvoraussetzungen geöffnet. So ist es möglich Spezialisten auszubilden ohne Ausbildungsmöglichkeiten einzuschränken“, erklärt Steinhoff.
Für Pflegedirektorin Marie-Luise Müller ist für die Zukunft der Pflege langfristig gesehen eine zwölfjährige Schulausbildung als Zugangsvoraussetzung unumgänglich: „Wir müssen alte Traditionen aufbrechen, um den zukünftigen wachsenden Anforderungen im Pflegebereich gewachsen zu sein. Dabei ist die Akademisierung ein wichtiger Faktor. Wir brauchen ein System, das unterschiedliche Berufsbilder mit unterschiedlichen Qualifikationen für den Gesundheitsmarkt schafft.“ Bis das Ausbildungssystem entsprechend überarbeitet ist, sei allerdings eine Übergangslösung mit deutschem Sonderweg in Ordnung. Erst danach mache es Sinn, Zugangsvoraussetzungen im europäischen Kontext zu definieren, so Müller abschließend.

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