28.01.2010

Innovative Technik und Therapien der Naturvölker

Am 28. Januar 2010 trafen sich in der Stadthalle Soest 270 Pflegekräfte, Ärzte und viele weitere Experten, aber auch betroffene Patienten beim 7. Soester Wundkongress, um sich über die neusten Entwicklungen bei der Behandlung chronischer Wunden zu informieren.

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeier erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Gesundheitsthema, das in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Veranstaltet wurde der Kongress von der Wundzentrale des Klinikum Stadt Soest.

Unter den Begriffen chronische oder auch schwer heilbare Wunden werden Erkrankungen zusammengefasst, die medizinisch korrekt „Dekubitus“ (Wundliegegeschwür), „Ulcus Cruris“ („offenes Bein“) oder „diabetischer Fuß“ heißen – und wegen ihrer unangenehmen Begleiterscheinungen wie starkes Nässen oder übler Geruch im alltäglichen Leben eher ein Tabuthema sind. Chronisch können auch Wunden werden, die nach Verbrennungen, aufgrund von Krebserkrankungen oder auch nach Operationen auftreten.

Eine wirkungsvolle Behandlung chronischer Wunden ist nicht nur wichtig, um die unmittelbaren Leiden zu lindern oder zu heilen, sondern auch um zu verhindern, dass die erkrankten Patienten aufgrund der unangenehmen Begleiterscheinungen ins gesellschaftliche Abseits geraten.

Bei dem Kongress in Soest wurden Therapieverfahren vorgestellt, die auf technologischen Innovationen beruhen – so eine „Vacuumtherapie“ oder die Behandlung mit niederfrequentem Strom. Daneben waren aber auch Jahrtausende alte Techniken wiederzuentdecken. Schon die Aborigines und die Maya setzten Fliegenmaden zur Behandlung von Wunden ein. Die „Madentherapie“ gilt heute wieder als sehr effektiv: Spezielle, im Labor gezüchtete Maden ernähren sich von dem abgestorbenen Gewebe und regen die Heilungsprozesse an.

Da chronische Wunden verstärkt bei älteren Menschen auftreten, nimmt diese Erkrankung in unserer Gesellschaft zu. Auf dem Kongress wurde deutlich: Damit Behandlungsmöglichkeiten in ausreichendem Umfang sichergestellt werden können, wird eine neue Aufgabenverteilung zwischen Ärzten und Pflegekräften unabdingbar. Während die Verantwortung für die jeweilige Behandlung auch zukünftig beim Arzt verbleibt, entwickeln sich schon heute viele Pflegekräfte durch spezielle fachliche Weiterbildung zu „Wundexperten“, die die Ärzte auf diesem großen Behandlungsgebiet partnerschaftlich unterstützen. „Damit ist die Wundbehandlung ein plastisches Beispiel dafür, dass an einer guten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe kein Weg vorbei geht“, hob die Pflegedirektorin des Soester Klinikums Marie-Luise Müller am Rande des Kongresses hervor.


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2. Grundkurs Flap-Lab

29.06.2012 | 9:00 h
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Praktischer Grundkurs zur Erlernung von Basistechniken der lokalen Lappenplastiken zur Defektdeckung. Der Kurs ist konzipiert für alle Assistenzärzte in der Weiterbildung zum Facharzt in einem chirurgischen Fach (Common Trunk).
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